„Rolliausflug“ in die Wiener Altstadt

Interessant ist Wien's Geschichte (C)Unterkreuter
Interessant ist Wien's Geschichte (C)Unterkreuter

Die U1-Verlängerung macht es möglich. Der „Rolliausflug“ des Tagezentrums der Senioren Residenz Am Kurpark Wien-Oberlaa führte dieses Mal durch die Wiener Altstadt. Vom Hohen Markt ging es über den Platz am Hof bis zum Stephansplatz.

Hoher Markt und Ankeruhr

Der Hohe Markt liegt über den Ruinen der sogenannten Tribunenhäuser (Stabsoffiziersquartiere) des ehemaligen römischen Legionslagers Vindobona, knapp nördlich seiner Hauptstraße Via principalis. Im Mittelalter war der Hohe Markt ein Zentrum des bürgerlichen Wiens und war von zahlreichen Zunfthäusern umgeben. Es wurde vor allem mit Lebensmitteln und Textilien gehandelt.

Die Ankeruhr am Hohen Markt ist eine große Spieluhr beim Haus der Helvetia-Versicherung – früher war das die Lebens- und Rentenversicherungs-Gesellschaft „Der Anker“. Die Ankeruhr gilt als eines der herausragenden Werke des Jugendstils.

Mahnmal am Judenplatz

Der Wiener Judenplatz war im Mittelalter das Zentrum der jüdischen Gemeinde Wiens. Er befindet sich in unmittelbarer Nähe des Platzes Am Hof, der mittelalterlichen Herzogsresidenz. Beispielhaft fokussiert sich auf diesem Platz die wechselvolle Geschichte der Stadt und ihrer mittelalterlichen Judengemeinde. Mit dem Mahnmal für die österreichischen jüdischen Opfer der Shoa ist der Judenplatz zu einem Ort der Erinnerung geworden.

Platz Am Hof

Am Hof ist einer der historisch bedeutendsten Plätze der Wiener Innenstadt. Der Platz war bereits Teil des römischen Heerlagers Vindobona und war im Frühmittelalter unbesiedelt. Zwischen 1155 und etwa 1275, der Fertigstellung der neuen Burg an der Stelle des heutigen Schweizertrakts der Hofburg, lag hier der Hof der Babenberger.

Das Haas-Haus

Das Haas-Haus – am Stock-im-Eisen-Platz gegenüber dem Stephansdom – wurde 1990 eröffnet. Das frühere „Teppichhaus Philipp Haas & Söhne“ wurde 1985 abgetragen und durch das heutige Haas-Haus von Architekten Hans Hollein ersetzt.

Begeistert waren alle von dem Ausflug. Das herrliche Winterwetter tat das seine dazu bei. Einziger Wehrmutstropfen ist der etwas beschwerliche Abstieg zur U-Bahn am Stephansplatz, da es hier nur einen Lift gibt, was mit acht Rollstühlen in Konkurrenz zu Müttern mit Kinderwägen zu langen Wartezeiten führt. Aber was wäre ein gelernter Wiener, wenn er nicht raunzt. – Aber das ist eine andere Geschichte.

Text: amschl  

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